Time-Decay-Attribution
Time-Decay-Attribution ist ein Multi-Touch-Modell, das Kontaktpunkten näher am Conversion-Zeitpunkt mehr Gutschrift zuweist.
Im Detail
Die Time-Decay-Attribution vergibt jedem Kontaktpunkt ein abnehmendes Gewicht, je weiter er zeitlich von der Conversion entfernt liegt, meist über eine Halbwertszeit, sodass eine Interaktion eine Woche vor dem Verkauf mehr Gutschrift erhält als eine einen Monat zuvor. Sie bewertet jeden Kontaktpunkt mit einem auf Aktualität basierenden Faktor und normalisiert die Werte anschließend so, dass sie eine Conversion ergeben. Damit eignet sie sich gut für längere Verkaufszyklen, in denen späte Impulse wie ein Vertriebsanruf oder eine Retargeting-Sequenz plausibel die Hauptarbeit zum Abschluss leisten.
Die typische Falle ist die Recency-Verzerrung: Time-Decay unterbewertet strukturell den Awareness-Kontaktpunkt, der die Nachfrage erst geschaffen hat, und kann so genau die Kampagnen aushungern, die den oberen Funnel füllen. In einem Quiz-Funnel- und Lead-Qualifizierungs-Workflow belohnt Time-Decay tendenziell das Scorecard-Quiz und die Follow-up-E-Mails kurz vor dem Kauf; nutzen Sie es daher zur Optimierung von Abschlussbewegungen, kombinieren Sie es aber mit First-Touch-Reporting, wenn Sie die Nachfragegenerierung würdigen wollen.
Beispiel aus der Praxis
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert die Halbwertszeit bei Time-Decay-Attribution?
Die Halbwertszeit ist der Zeitraum, in dem sich die Gutschrift eines Kontaktpunkts halbiert, je weiter er von der Conversion entfernt ist. Eine kürzere Halbwertszeit bündelt die Gutschrift auf jüngste Touches, eine längere verteilt sie gleichmäßiger.
Wann ist Time-Decay der linearen Attribution vorzuziehen?
Wählen Sie Time-Decay, wenn spätere Interaktionen plausibel mehr zum Abschluss beitragen, was bei überlegten, mehrwöchigen Käufen üblich ist. Linear ist besser, wenn jede Phase etwa gleich beiträgt.
Welches Risiko birgt die Time-Decay-Attribution?
Ihre Recency-Verzerrung unterbewertet die frühen Awareness-Kontaktpunkte, die die Nachfrage überhaupt erst geschaffen haben. Sich allein darauf zu verlassen, kann dazu führen, Top-of-Funnel-Kampagnen zu kürzen, die unbemerkt die Pipeline speisen.